Hot-Spot-On / Chile


Fr. 22. September 2017 /
21:00, düsseldorf festival, sipgate, Gladbacher Str. 74, 40219 Düsseldorf
Sa. 23. September 2017 / 20:30, Kunsthochschule für Medien Köln, Filzengraben 2, 50676 Köln

Fr. 17 November 2017, Ciclo TURREL / Proyecto TárabusT, Din399, Chile

Di. 21. November 2017, Sala SCD, Plaza Egaña, Santiago, Chile
Do. 23. - Sa. 25. November 2017, Festival Relincha, Valdivia, Chile
So. 26. November 2017, Molino Manchmar, Puerto Varas, Chile


Pablo Giw (trompete) - D
Sven Hahne (laptop video) - D/CL
Marcelo Maira Moya (saxofon, flöten) - CL
Matthias Muche (computer, posaune) - D
Luis Negron (video) - D
Nicolas Spencer (soundart) - CL
Benjamin Vergara (trompete) - CL
Georg Wissel (saxofon) - D

Zeitkunst e.V. realisiert unter dem Titel Hot-Spot-On / Chile einen Künstleraustausch, der Künstler der deutschen und chilenischen Avantgarde - Musik- und Videokunstszene zusammenführen soll. In zwei Phasen treffen in Chile und Deutschland Teilnehmer beider Länder aufeinander, um einen intermedialen Dialog zu treten und eine neue audiovisuelle Performance zu produzieren.

Die ursprüngliche Idee des Projektes entstand, als der Medienkünstler und Mitgründer von Zeitkunst e.V. Sven Hahne von Köln nach Santiago de Chile umzog; in ein Land mit verwirrend starken deutschen Einflüssen. Etwa 500.000 Chilenen stammen von Deutschen ab und für rund 40.000 ist die deutsche Sprache noch Muttersprache. Schon im 16ten Jahrhundert siedelten Deutsche nach Chile über. Mitte des 19ten Jahrhunderts stellte die chilenische Regierung Land und Geld für Immigranten bereit, um den Gebietsanspruch auf den zu diesem Zeitpunkt kaum besiedelten Süden zu sichern, was aufgrund der politischen Verhältnisse zu dieser Zeit nicht wenige Deutsche in Anspruch nahmen und im Verlauf des 2. Weltkriegs gab es sowohl jüdische Flüchtlinge aus Deutschland als auch etliche Nazis, die sich in der neuen Welt niederließen.

Trotz der „Insellage“, wie es die Chilenen selbst ausdrücken, gibt es auch erstaunliche deutsch-chilenische Verbindungen im Bereich der Elektronischen Musik, die bis ins Jahr 1958 zurück reichen. Damals besuchte der Mitbegründer des Studios für Elektronische Musik Köln Werner Meyer-Eppler Chile und hielt Vorlesungen an der Universidad de Chile. Erste elektroakustische Kompositionen gab es von Juan Amenabar im Jahr 1957. 1959 reiste der von Meyer-Eppler beeinflusste Chilene José Vicente Asuar mittels eines DAAD Studiums nach Deutschland. Hier machte er während der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt Bekanntschaft mit Stockhausen, Berio, Nono und Ligeti und erhielt auch durch Einwirken von Meyer-Eppler im Jahre 1960 einen Vertrag an der Hochschule für Musik in Karlsruhe, wo er mit der Konstruktion eines Studios für Elektronische Musik beauftragt wurde. Derselbe José Asuar war auch Gründer der „Grupo de Investigaciones en Tecnología del Sonido“ (etwa 'Klangtechnologie-Forschungsgruppe'), die im Jahre 1971 mit einem IBM 360 eine computergenerierte Partitur für Piano und Perkussionsinstrumente transkribierten und in Santiago aufführten.

Hot-Spot-On bringt Künstler zweier Länder zusammen, die geografisch gesehen so wie gar nichts miteinander zu haben, durch die Geschichte aber doch irgendwie miteinander verbunden sind und sich auf der Ebene der avantgardistischen Künste offensichtlich ziemlich gut verstehen. Marcelo Maira, Benjamin Vergara und Nicolas Spencer repräsentieren die aktuelle Generation von chilenischen Avantgarde-Künstlern, die beständig nach neuen Wegen suchen und vor Ort trotzt aller Widrigkeiten und fast gänzlich fehlender Förderung von Staat bemerkenswert aktiv sind. Sie sind Vertreter einer Szene, die in Originalität und Virtuosität dem Rest der Welt in absolut gar nichts nachsteht und in der Mischung mit Ihren deutschen Kollegen Garanten für ein außergewöhnliches audiovisuelles Erlebnis sind.


Pressefotos



Künstlerische Leitung: Matthias Muche & Sven Hahne
Pressekontakt: creaCtive Vera Firmbach / presse@zeitkunst.eu

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